Bundespräsident Wulff zurückgetreten
HANNOVERFREIBURG Das denkt Südbaden über den Rücktritt des Bundespräsidenten
Bundespräsident Christian Wulff hat seinen Rücktritt erklärt. Der 52-Jährige begründete dies damit, dass er seine Aufgaben wegen der Vorwürfe gegen ihn nicht mehr richtig wahrnehmen könne. Bis zur Wahl eines neuen Staatsoberhaupts nimmt nun der amtierende Präsident des Bundesrats, Bayerns Regierungschef Horst Seehofer, die Aufgaben wahr.
Nach dem Rücktritt des Bundespräsidenten wollen die Parteichefs der Bundesregierung zügig über einen Nachfolger entscheiden. Wie aus Koalitionskreisen bekannt wurde, kommen bereits morgen Bundeskanzlerin und CDU-Chefin Merkel, CSU-Chef Seehofer und FDP-Chef Rösler in Berlin zusammen.
Bundeskanzlerin Merkel bedauert den Rücktritt von Bundespräsident Wulff. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Wulff möchte Merkel eine parteiübergreifende Lösung. Merkel sagte, sie wolle sich zunächst mit dem Koalitionspartner beraten und dann unmittelbar auf Sozialdemokraten und Grüne zugehen. Ziel sei es, "einen gemeinsamen Kandidaten" vorschlagen zu können.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann begrüßt den Rücktritt von Bundespräsident Christian Wulff. Nur so konnte weiterer Schaden vom Amt des Bundespräsidenten abgewendet werden so der Regierungschef in Stuttgart. Auch Merkels Ankündigung bei der Auswahl eines Nachfolgers auf Grüne und SPD zuzugehen bewertet Kretschmann positiv.
Auch der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Claus Schmiedel, begrüßt den Rücktrett von Bundespräsident Wulff. Er hält diesen Schritt für längst überfällig. Nach dem zweiten Rücktritt eines von der CDU bestimmten Bundespräsidenten sei es nun an der Zeit eine Person zu finden, die über alle Parteigrenzen hinweg und in der gesamten Bevölkerung Zustimmung findet, so Schmiedel.